Urlaub 🧳 vorbei und schön war’s!
- Georg

- 7. Feb.
- 2 Min. Lesezeit

Die tollen Schneetage im Zillertal sind nun vorbei. Die rollende Blechkarawane zieht wieder nordwärts. Spezielle herausfordernde, abwechslungsreiche Tage im verschneiten Bergland erquickten wiedermal mein Gemüt.

Genauso wie es für meine Seele eine bereichernde Zeit war, war es für die sterbliche Hülle eine Tortur. Jede fleischliche Faser bedankt sich beim Besitzer mit heftigen Rückmeldungen. Wer meint, er spüre sich selbst zivilisationsgeschädigt nicht mehr oder man ist unsicher, was sein Körpergefühl sich selbst sagen möchte, dem empfehle ich ein paar Tage auf abschüssigen Ebenen. Bei meiner meditativen Selbsterfahrung habe ich den Begriff „Pistenraupe“ gleich neu definiert. Ein träger, früher mal beweglicher, in viel zu viele Schichten eingeengter langsamer Mann mit Knieeinschränkungen, der sehr offensichtlich nicht zur olympischen Delegation seines Entsenderlandes gehört, rutscht mal hier und mal dorthin. Alles scheint unvorhersehbar und äußerst unkonventionell, keinem großen Plan zu folgen. Richtung, Dauer, Intensität und Geschwindigkeit legt Kamerad Zufall auf Grundlage von Wetter, maßvoller Selbstüberschätzung, tagesaktueller Fitness und augenblicklichem Streckenzustand fest.

Und genau diese zufällige Reihung macht diese Woche in dieser anderen Dimension soooo spannend und entspannend zugleich. Im restlichen Jahr, leider deutlich die zeitliche Mehrheit, sind die meisten Abläufe nahezu festgelegt, fast automatisiert. Lassen fast keine spontane individuelle oder launigen Entscheidungen zu. Anders hier. Allein die Naturgewalt ist das Maß der Dinge. Helligkeit, Temperatur, Feuchtigkeit, Aggregatzustand. Nirgendwo wird der Mensch direkter und kompromissloser auf die realen Grundlagen hingewiesen, als in den Bergen. Aber ich weiß, elementare Gefahren lassen sich beherrschen, wenn man Regeln einhält. Ich könnte das auch für die Nichturlaubszeit als deutlichen Seitenhieb auf das gesamtgesellschaftliche Miteinander verstehen, lokal, national oder global. Aber das ist nur meine persönliche Sicht auf die Dinge. Ohne solch verkopfte Haltung, ist es natürlich auch einfach nur großer Sport und mannigfaltiger Spaß 🤩 in wilder Natur.

Freundschaftliches Beieinander innerhalb der eigenen Reisegruppe und den zahlreichen „zufälligen“ Kontakten, des sich gleichzeitig im Skigebiet aufhaltenden berliner Freundeskreises, tragen zum wohligem Gefühl bei, die die körperliche Pein in den Hintergrund drängen. Alles im allem sehr aktive Tage, die tiefe Spuren auf der eigenen Erlebnisfestplatte hoffentlich dauerhaft hinterlassen.

Nun gilt es wieder zurück zur Normalität . Aber was ist das? Straßenbahnen, die während des Streiks trotzdem fahren, nur ohne Fahrgäste? Temperaturen- die man in Berlin schon für verrückt hält? Eine Arbeitswelt, die auf Halde liegt?


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