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Inflation der olympischen Medaillen

  • Autorenbild: Georg
    Georg
  • 16. Feb.
  • 2 Min. Lesezeit

Es grenzt an ein Scrabble der kreativen Wortschöpfungen.

Biathlon Mixteamstaffel, Monobob im Eiskanal, Alpine Ski Teamkombination.

Parallel-Trickski oder Snowboard, Fraueneishockey, Mixedmannschaftcurling- was es alles gibt! Und warum auch nicht? Hat man nicht erst für Millionen Euros unter Vernachlässigungen umweltverträgliche  Belange Sportstätten mit fragwürdigen Nachnutzungskonzepten in die sensible alpine Infrastruktur zementiert, können doch auch gleich mannigfaltige Wettbewerbe ausgetragen werden und Medaillen mit Faktor zwanzig gieskannenartig in der Gegend an allzeit willig in die gezückten Kameras lächelnde, mit Werbeaufdrucken überfrachtete Muskeltiere verteilt werden. Je mehr junge Menschen Sport, von mir aus auch Leistungssport, treiben, desto weniger Soldaten gibt es, jedenfalls rein rechnerisch. Während immer neue Sportarten und Wettbewerbe in Schnee und Eis kreiert werden möchte man den Sommerspielen schon eine ihrer eigenen Gründungssportarten aus dem Programm streichen, weil Ringen in klassischer Form nicht mehr zu vermarkten ist. Und da zeigt sich ja eindeutig, wie weit sich die Trägerorganisation von ihren eigenen Wurzeln entfernt hat. Die neuzeitliche olympische Idee des völkerverbindenden friedlichen sportlichen Wettstreits („dabei sein ist alles“ oder „schneller-höher-weiter“) ist bereitwillig auf dem Altar der Supermarktkassen geopfert worden.

Auch ästhetisch ist es nicht immer „das Weiße vom Ei“ was im linearen Fernsehen zur besten Sendezeit flimmert. Unförmig an Presswurst erinnernde mittelalte Männer in hautengen glänzenden Anzügen, stürzen sich kopfüber auf messerscharfen Kufen in einen künstlichen Eiskanal. Oder Menschen, die jeder normale Hausarzt mit Krankschreibungen und Überweisungen zum Fachkollegen oder nach Hause geschickt hätte, bekommen Laibchen mit Startnummern umgehängt und stürzen sich mit gehöriger Todesverachtung ins olympische Abenteuer. Oder ein Wettbewerb wird gestartet, bei dem ca. 20 Starter Schulter an Schulter stehen und auf Kommando wie aufgezogen losrennen. Jeder hat an seinen Schuhen bestgepflegte und berüchtigt scharfe Samuraischwerter dran,  um auf dem Eisoval bestmöglich zu performen.  Jeder der gern gesundbleibenden Menschen, wechselt bei solchen Gefahren die Straßenseite und wählt prophylaktisch die Notrufe einschlägiger Rettungsdienste. Diese einschneidenden Erlebnisse nennen sich dann Massenstart beim Eisschnelllauf. Wahrscheinlich muss erst alles kaputt gehen bevor es wieder zu einem richtig guten Start kommen kann.

Aber es gibt natürlich auch Momente für die Ewigkeit als bewiesenes Gegenstück. 1984 in Sarajevo die Kür im Eistanzen zum Beispiel. https://youtu.be/Til6Pv3NgCI?si=x1vlsmaLBWDHHl_I

 
 
 

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