Grüner wird’s nicht
- Georg

- 20. Jan.
- 2 Min. Lesezeit

Wenn Essen der Sex des Alters ist, dann war heute unterm Funkturm jede Menge unsittliches Verhalten an der Tagesordnung. Friedhofsblond und Rollatoren wo man nur hinschaut. Naklar, wer sollte auch unter der Woche zur besten Tageszeit sich die Beine in den Bauch laufen? Gefühlt war ich einer von zehn Besuchern, der kein Rentnerrabatt beim Eintritt bekam.
Ein bisschen nachdenklich stimmte mich auch, ob ich mich als Fachbesucher registrieren lassen sollte, ich esse und trinke schließlich sehr gern. Voll war es dann doch. Viele Aussteller aus allen Bereichen und Herren Länder. Lecker Zeug von überall. Häppchenweise Häppchenpreise. Eine kulinarische Reise um die Welt. Jedes Land oder jede Region präsentiert sich von ihrer Schokoladenseite, mit den jeweils typischen Produkten.



Vieles kennt der genussorientierte Großstädter schon, aber es gibt auch Vieles neu oder wieder zu entdecken. Auch hinter den Tresen gab es sehr bemerkenswertes Volk. Entweder schmierige Handelsvertreter in schlecht sitzenden fliederfarbenen woolworth-Anzügen mit siebziger Jahrecharme oder abgehalfterte Minientertainer, die mit Headsetmikrofon betonungslos ganze Bedienungsanleitungen komplizierter technischer Gerätschaften runterbeten. Das hat dann schon etwas von Verkaufsfernsehen zu vorgerückter Stunde. Andere Standbetreiber setzen auf authentische Eigengewächse aus den hauseigenen Hinterzimmern und Werkstätten. Diese sind zwar meistens sehr kompetent aber auch äußerst lichtscheu und oft nicht grade vorzeigbare Verkaufstalente.

Einige Aussteller lassen auch jungen Damen für ihre Produkte tanzen. Sie verteilen auftragsgemäß Flyer und für eine handvoll Geld auch ihre Seele. Als wenn Sexy Outfit schon jemals gesaled hätte. Die Mischung macht’s, oder? Egal, zum Schluss hab ich doch einige Dinge von den herzlich angepriesenen Waren in meinem Rucksack 🎒. Preistechnisch war es ja nicht grade der Einkauf beim Discounter, aber grüne Woche ist ja nur einmal im Jahr.




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