Rock’n’Roll Never die
- Georg

- 20. Juni
- 1 Min. Lesezeit

In einem charmanten 3000 Seelenkaff an der Westküste trödeln wir so durch das, nennen wir es, Städtchen. Pubs, Take Away Stationen, Kirchen, Schulen, Post, Banken, Bäcker, Fleischer, Marina, Supermarkt und alles andere, was ein Städtchen zum Städtchen macht, ist am Platze. Auch ein eigentlich verschusselt aussehender Gemischtwarenhändler mit einem liebevollen Kraut- und Rübenangebot. Eine neckische Mischung aus rumpligem Haushalts-, Souvenir- und kunstvollem Klimbimshop. Alles was man zu brauchen glaubt und noch mehr. Der gelangweilte 19jährige Lausbub in Jogginghose hinter dem Tresen, grüßt beim Eintreten in seinen Kosmos extrem freundlich und widmet sich unmittelbar danach wieder seinem Smartphone.
Der Laden erweist sich mit zahlreichen Nischen und Nebenräumen deutlich größer, als straßenseitig zu vermuten war. Aus versteckten Lautsprechern tönen die Rolling Stones. „You can’t always get what you want“ und so weiter ! Ebenfalls in dem Laden befinden sich 3 Damen im unschätzbaren Alter zwischen 60 und 70 Jahren. Elegant gekleidet und ebenso zurückhaltend frisiert und geschminkt. Mit geschickten und zielgerichteten Hände prüfen sie, alles andere als schüchtern, die feilgebotenen Waren um eventuell ein Schnäppchen zu machen. Zum Refrain fallen alle drei wie verabredet, zwar halblaut aber ungehemmt und sehr gekonnt in den Song der Stones ein. So werde ich sehr vergnüglich Zeuge, von so viel ungezwungener und unerwarteter Lebenslust. Zwar scheint das singende Trio das nicht zahlende Publikum (mich) in keinster Weise zu stören aber bevor sie anfangen mit den Hüften zu schwingen oder auf die Tische zu springen, verlasse ich den Laden, dessen Angebot sich wohl auch eher an diese Damen als an mich richtet, mit einem lang anhaltenden Grinsen und der Gewissheit, Rock‘n’Roll lebt, unabhängig von Ort und Zeit!




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