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Nun sitz ich hier und werde meinem irischen Tagebuch nur schwerlich gerecht

  • Autorenbild: Georg
    Georg
  • 8. Juni
  • 2 Min. Lesezeit

Auf einem nicht ganz unbequemen Sofa. Dieses steht im einem Haus, welches bewegte Zeiten erlebt hat und nun Gäste aus aller Welt beherbergt. Vorher, bis 1967, diente es über 100 Jahre lang als Lebensmittelladen und Kneipe, was für mich keinen nennenswerten Widerspruch darstellt.

Charmant renoviert, kann man die Funktionen der Räume heute noch sehr gut nachspüren und so taucht man in die örtliche Geschichte ein, wird selbst ein kleines bisschen Teil davon. Die große Zeit des Örtchen Kilrush liegt allerdings schon länger zurück.

Egal, zauberhaft ist das Ambiente immer noch. In der Schulzeit musste ich mich begründet durch frankophilen Wurzeln meines Vaters mit seiner Muttersprache rumärgern. Deswegen ist mein Englisch „under all Pig“. Zum überleben reicht es aber. Und so erschließen sich mir mit ein bisschen Hilfe die wichtigsten Dinge. Es reicht sogar zum smalltalk aller „englisch for run aways!“

Es sind genau diese Kleinigkeiten, die mich hier soooo in den Bann ziehen. The Hidden Champions sozusagen. Spektakuläres aus der Nachbarschaft, Geschichte und Geschichten möglichst mit dem Stabmixer einige Sekunden bearbeitet und dann für die Präsentation eine Minute in der Mikrowelle „refreshed“. Aufbereitet für den touristischen Zweck.



So zum Beispiel ein paar Erlebnisse aus den ersten drei Tagen, einen im frühen 19. Jahrhundert angelegten Garten eines Großgrundbesitzers der zwischendurch 100 Jahre sich selbst überlassen wurde und nun fast originalgetreu durch Blüten, Bäume und Sträucher im satten Saft erstrahlt. Oder eine stillgelegte Eisenbahnverbindung im Sommer für Touristen reaktiviert wird. Oder die für Menschen aus der norddeutschen Tiefebene fast dramatisch anmutenden Uferwege einfach nur so da sind, weil sie so da sind.



Oder das Wetter, was nie schlecht ist, höchstens als wechselhaft oder böswillig ausgedrückt, als launisch bezeichnet werden könnte. Nach dem Schauer, der mit der unerbittlichen Wucht von Windstärke neun mit den Regentropfen dir wie beim Sandstrahlen die Gesichtshaut schmirgelt, in der nächsten Sekunde aber dir wärmende Sonnenstrahlen schickt, dass du denkst 17 Grad sind 32 und die nassen Klamotten in Nullkommanix (auch Windstärke neun) trocknet.



Das wechseln des Lichts, dass Maler oder Fotografen denken, die magische Blaue Stunde wiederholt sich alle fünf Minuten. Das Brechen der atlantischen Wellen am harten irischen Gestein in tosender Brandung, welches die aufspritzende Gischt  in allen Spektralfarben schimmern lässt.



Das vielfältigste Grün, welches von Wiesen, Straßenrändern, Weiden und allen anderen nicht asphaltierten Flächen das Herz weitet und einfach gefangen nimmt.



All das „and many more“ sorgt für das schönste Fieber, was ich seit langem hatte. Und es sind ja noch zehn Tage……

1 Kommentar

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Stephan Grabeleu
Stephan Grabeleu
09. Juni

Da bekommt man Lust, dahin zu reisen. Ganz viel Spaß Georgy!!

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