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Durch die deutsche Brille gehört!

  • Autorenbild: Georg
    Georg
  • 7. Juni
  • 2 Min. Lesezeit
I am watching you
I am watching you


Schadenfreude,

Doppelganger (Doppelgänger),

Zeitgeist,

Kindergarten,

Wanderlust,

Rucksack,

Angst,

Delicatessen (Deli).

Dazu findet man auch Bratwurst, Gemütlichkeit, Poltergeist oder Kitsch aus dem deutschen übernommenen Worte, die im aktiven englischen Wortschatz platziert wurden.



Nun, ich bin kein Arzt, aber wenn Sprache ein wichtiger Bestandteil der eigenen identitären Kultur ist, was würde der „Facharzt für das im Kopf“ daraus schlussfolgern? Sind wir ein Volk reisefreudiger Psychopathen mit Verfolgungswahn aus dem ländlichen Raum, die kulinarisch nicht uninteressiert sind? In stark abgefederter Form trifft diese Annahme sogar auch auf mich zu, wobei ich erst in der ersten Generation wirklich „Deutsch“ bin. Naja, des Englischen bin ich auch nur rudimentär mächtig und der starke örtliche Akzent der Amtssprache, die mir an der Westküste Irlands begegnet, hat mit der in der Heimat unterrichteten Form der Sprache, auch nur noch peripher zu tun. So viel Sprache braucht man gar nicht zur friedlichen Verständigung der Völker. Mein Tipp: Fahr einfach nicht in Tarnuniform, Springerstiefeln und mit munitioniertem Maschinengewehr in ein anderes Land und habe möglichst auch ein Abreisedatum parat, dann wirst du auch herzlich Willkommen geheißen. Den Deutschen begegnet man hier, wie allen anderen Menschen auch, offenherzig unvoreingenommen. Insgesamt ist man froh und stolz, das Menschen zu ihnen kommen. In ein Land, aus dem über Jahrhunderte hinweg Menschen sich auf den gefährlichen Weg ins Ungewisse gemacht haben. Hauptsache weg aus verkrusteten kolonialen Strukturen, England war länger Kolonialmacht als der weiße Mann in Amerika ist, weg aus Hunger und Elend. Der verklärte Blick aus Zentraleuropa auf das vermeintlich einfache Leben ist natürlich (wie auch anders und gar nicht doppelt gemoppelt) natürlich romantisiert vernebelt. Oder anders ausgedrückt, ist das einfache Leben auch das Schwerste. Wer will schon für den Zahnarzttermin eine Tagesreise machen oder in windschiefen Hütten mit stark qualmendem offenen Torffeuer bei Windstärke 9 und aller Art von Niederschlägen, lange graue Wintermonate von Toastbrot und Tee leben? Aber das Internet ist bisher in jedem noch so entlegenen Winkel sehr brauchbar. Überhaupt ist „the irish way of life“ schon different zu unserem. Bis auf die allgemeinen Ernährungsgewohnheiten des einfachen Volkes, könnte ich mir auch das Eine oder Andere vorstellen, was man gerne übernehmen möchte. Zum Beispiel die allgemeine Geselligkeit der Menschen. Mich wundert es überhaupt nicht, dass dieses Wort nicht eins zu eins vom Deutschen ins Englische übertragen wurde, sondern hier meines Wissens „sociability“ heißt.



Scheinbar war es einfach mit der deutschen Übersetzung nicht vereinbar oder hinreichend treffend beschrieben, wie man hier zusammenlebt. Von mir bekommt die irische Version 6 von 5 Sternen!

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