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Frühlingshafte Melodien für Millionen

  • Autorenbild: Georg
    Georg
  • 23. März
  • 2 Min. Lesezeit

In Berlin ist ständig etwas los. Jeder Zeit könnte man sich mit Kultur die Tage und Nächte um die Sinnesorgane hauen. Museen, Ausstellungen, Kinos, Konzerte! Für jeden Geschmack einen Deckel, wie man so sagt. Wenn die Tage,  wie zur Zeit, wieder länger werden, was passiert dann mit den Nächten? Auf jeden Fall werden sie lauter. Als musikalische Untermalung des Frühlings zieh ich mir deutschsprachig vertonte Dichtkunst rein. Auch hier ist das Angebot irrsinnig vielfältig.




Zuerst Knorkator. Beschwingte Melodien von und für den betagten Großstädter. Gekonnt in Szene gesetztes Chaos und vielschichtiger Klamauk auf der Bühne. Textlich wechseln sich scharfsinniger Tiefgang, zynische Beobachtungen und geniale Schwachsinnigkeiten ab. All das zu harten Riffs von Bass und Gitarre mit Keyboard oder Drumbegleitung. Genau das Richtige zum eingrooven in laue Frühlingsnächte.



Ein paar Tage später verschönert mir der Gott of Schlager den Abend. Steiffen, Christian Steiffen!  Und auch er hat eine Mission. Zwar nicht im Auftrag ihrer Majestät, aber irgendwie auch zum Wohl des Volkes. Er bringt gute Laune mit und versprüht von der Bühne diese wie Opium an die treue Fanbase. Nur wer sich selbst nicht sooo furchtbar ernst nimmt, kann mit permanenten textlichen und musikalischen Übersteigerungen so faszinierend punkten. Einfach viel zu geil für diese Welt. Licht aus- Disco 🕺 an! Was gibt es an diesem Konzept nicht zu verstehen? Selbst falls er es mit dem Schlager ernst meint, die Mehrheit der Zuschauer tut das nicht. Sie kommen trotzdem in Scharen, um aus des Meisters Kehle Liebeslieder, Problembewältigungen, charmante Lügen oder groteske Geschichten zum Mitschunkeln zu vernehmen.



Wieder ein paar Tage später, wird meine kleine Welt durch Jan Plewka auf das wunderbarste bereichert werden. „Eine Art Soloalbum“; so heißt die Veranstaltung. Wer Selig mag, wer seine Rio Reiser Interpretation gut findet, wird diesen Longplayer lieben. Der eingängige breite Plewkasound zwischen Pop-Rock-Blues -Singer-Songwriter-Ballade oder allen anderen Tönen spielt mit sehr persönlichen, warmen, verletzlichen und hochgradig poetischen Texten. Beides verschmitzt zu einem dickem Sirup, der sich in einem alles einnehmenden großen Blub mit goldig-samtig schimmernden Teint über alle Wunden der stark gebeutelten Welt legen möchte, um mit geheimnisvoller kräftig heilender Wirkung alle kränkelnden Bewohner vollends zu kurieren. Auch wenn es auf Dauer ein wenig zu blümerant ist, ist es ansonsten einfach schöne Musik!


Es gäbe noch so viel mehr lohnenswerte Abende in den kommerziellen Hörsälen dieser Stadt zu erleben. Also raus mit euch, treibt es bunt und vor allem laut und friedlich!

 
 
 

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