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Element of Crime

  • Autorenbild: Georg
    Georg
  • 4. Okt. 2024
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 5. Okt. 2024


Ich glaube, spätestens dann hat

man es geschafft, endgültig! Wenn über einen selbst, ein Dokumentarfilm gedreht wird. Ein Hauch von Galapagos Inseln, der Wind von „National Geographic“ umweht das Kino. Aber vorerst ging es gar nicht mich oder die namensähnliche Schildkröte.

Element of Crime - was klingt wie ein Filmtitel, ist tatsächlich auch einer. Zwar nicht dieser jetzige von Charly Hübner, sondern ein älterer von Lars von Trier. Aber es ist eben auch der Name der Musikgruppe um Sven Regener.

Ambivalent ist mein Verhältnis zu diesem Kunstprodukt. Aber es ist wohl wie beim VW Golf oder allgemein bei der Schwarminteligenz „Millionen können nicht irren!“ Schon, dass sie mich seit meinem Jugendalter begleiten beweist, dass sie nicht all zuviel falsch gemacht haben. Streitbar, kantig, manchmal sogar kratzbürstig und kampfeslustig gibt sich der Frontmann, welcher nicht nur ein toller Musiker sondern auch fabelhafter Autor und Geschichtenerzähler ist. Zum Schluss zählt aber nur, ob es einem gefällt. Und ja, das tut es. Kirmesmusik, Folkrock, nachdenklicher Pop  und Rock mit chansonhaft vertonten Gedichten und Texten, welche von belangloser Liebelei bis hin zu bedeutungsschweren weltveränderlichen Handlungsanweisungen reichen. Immer vortrefflich kunstvoll dargestellt. Mit dem Charme eines Gentlemanrüpels erzählt er hin und wieder, leider schon auch ein bisschen oberlehrerhaft und trotzdem grundsympathisch, von der Leichtigkeit und Schwermut des Lebens. Eben weil die Band so authentisch mit extremer Bodenhaftung unterwegs ist, meint man sie begleiten einen wie alte Bekannte, wie gute Nachbarn oder entfernte Cousins von der Wiege bis zur Bare. Später kommerzielle Erfolg hin oder her, beeinflussen sie eine Generation von jungen Musikern, durch das durchziehen ihres eigenen Stiefels, ungeachtet von Zeitgeist oder Trends. Diesen jahrzehntelangen unoppotunistischen, an Starrsinn grenzenden künstlerischen Pathos verstehe ich als ein Zeichen von Haltung, welche in der heutigen Zeit, als ein bemerkenswerter Leuchtturm in der oft geistigen Dunkelheit erscheint.

Ganz nebenbei ist es noch gefällige Unterhaltung. Diese Kombination gibt’s doch viel zu selten!

Das alles gibt es jetzt als Konzertfilm mit viel Hintergrundinformationen zum ansehen. Ich war ja selbst Teil der Kleindarsteller. Als Gast im Admiralspalasts, von dem es einige Sequenzen in den Film geschafft haben. Zu sehen bin ich freilich nicht, aber ich habe mein frenetisches Klatschen und euphorisches Jauchzen natürlich sofort wiedererkannt. Es war wohl auch nicht durch die besten und erfahrensten Toningenieure wegzubekommen. Ich werde mal mit Charly Hübner telefonieren, um die üblichen Gema-Gebühren auch bei mir ankommen zu lassen! Viel Freude beim anschauen und nachhören. Es wird ja jetzt jahreszeitlich auch öfter und früher- dunkel und kalt in Berlin.


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