Bluten für die Guten (Freunde)
- Georg

- 28. März
- 2 Min. Lesezeit


Neulich rief mich ein Freund an. Also ich meine einen richtigen Freund, den ich schon seit den 80zigern kenne und den ich einfach nicht tilgen kann. Er braucht für ein paar Tage meine Unterstützung, Transport & co. . Ich hab im Prinzip nix dagegen, aber er soll mich nochmal anrufen, wenn es akut ist. Gottseidank verläuft sich sowas manchmal, nicht so in diesem Fall. Also muss ich Farbe bekennen und warme Sachen einpacken. Dann geht es nach Wolgast . Was sich für manche Ohren wie eine grippale Entzündung anhört, entpuppt sich als Kleinstadt mit viel zu viel Verkehr aber im Prinzip ohne wirkliche Einwohner. Die Häuser an der Peene, am Nadelöhr nach Usedom sind meist in vernünftigen Verhältnissen, das Stadtbild ist noch in Ordnung. Nur fehlt es an Menschen. Niemand ist zu sehen.

Undzwar sind teilweise geöffnete Geschäfte und Restaurants menschenleer. Selbst wenn ich mir sage, es ist ja noch keine Saison und ab Ostern brechen hier wieder die Touristen ein, fehlt mir der Glaube an ein vernünftiges quirliges städtisches Treiben.


Es ist eben nur der Flaschenhals zur „Berliner Badewanne“. Man verweilt nicht kurz vor dem Inselchen. Man fährt nur durch. Meine Firstaid-Aktion konnte ich erledigen. Boot fit machen und unzählige Dinge aus dem Keller und Lager zum Boot bringen, die so ein Boot zum Boot machen. Polster, Segel, Außenbordmotor, Pumpen, Ersatzteile, Zubehör, Farbtöpfe, WD40, Krimskrams und noch viel mehr. Zwei Tage basteln, wischen, wachsen, wienern am maritimen Hinterland mit aufgebockten Booten.

Und nach dem Neuland für mich stell ich für mich fest, so ein Boot ist auch nur ein seetüchtiger Wohnwagen. Das erfordert nur noch mehr Klataradatsch als der gewöhnliche Camper auf dem Kerbholz hat. Wasser, Wind, Diesel, Gas, Elektrik und jede Menge anderer technischer Hokuspokus auf engstem Raum, fast puppenstubenartig. Kein Quadratzentimeter der nicht irgendwie genutzt ist. Alles hochfunktional und tricky. Abgesehen von den ganzen nautischen Geheimnissen und Regelwerken, schreckt mich die Masse an Gerätschaften und technischen Disziplinen ab die es braucht, den 9 Meterkahn seetauglich zu machen. Und ich habe leider keinen guten Freund, der mir bei den Vorbereitungen helfen könnte. So verlege ich mich nicht auf solche komplizierten Freizeitvergnügen, sondern fahr lieber in die Berge, da braucht es nur vernünftiges Schuhwerk und schon kann es los gehen, das Georg!




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