Über den Wolken,….

Über Wolken wusste ich noch nie viel. Nur wenn sie die Erde berühren, wird aus Wolken - Nebel. Jetzt, nach der gestrigen Bergetappe weiß ich bestimmt noch nicht alles über Nebel, aber immerhin schon eine Menge. Es gibt, und ich habe sie alle eigenäugig kennengelernt, sehr viele unterschiedliche Arten. All das ist, wenn man Nebel von hinten liest,- Leben. Wer glaubt an Zufall? Es gibt leichten Nebel,

trockenen, nassen, dichten, schweren, Zuckerwattenebel,

Wölkchen- oder erdrückenden Nebel, dekorativen, verschleiernden, einnehmenden Nebel,

Nebellücken, sogar aggressiven Nebel hab ich gestern gesehen, wenn ich was gesehen habe. Es war quasi ein Lehrpfad für Nebelenthusiasten. Ich hätte mich auf Aussicht auf die Umgebung gefreut.

Manchmal war die Suppe so dicht, dass der Weg ertastet wurde. Das war gegenüber dem von Wetterdienst vorhergesagten Dauerregen schon eine deutliche Verbesserung. Als wenn die sportliche Herausforderung nicht schon groß genug gewesen wäre. Untrainiert auf 12 Kilometer unwegsames Gelände mit mehreren hundert Metern Höhenunterschied geleitet zu werden, ist trotz aller Voraussagungen eben keine Luschentour mehr. Toll war es trotzdem. Der Weg den wir gingen, war in früheren Zeiten ein Weg den Schmuggler heimlich auch im dunkelsten Nächten voll bepackt gingen. Immer auf der Hut vor Polizisten und Militär. Entlang des, nennen wir es Wegs, sah man einige ehemalige Grenzposten und verfallene Befestigungen. Ist der lang gezogene Bergrücken oder Grat doch immernoch die Grenze zwischen Italien und Österreich. Damals hatte das noch Bedeutung. Heute ist es nur noch für die ambitionierte Freizeitgestaltung eine lohnenswerte Herausforderung und dafür da hin und wieder die persönlichen Grenzen der Belastung auszuloten. Das ist gar nicht so schlecht. Immerhin ordnet das den eigenen Anspruch in ein reales Chema ein. Wenn auch ziemlich Geschafft schafft man viel mehr, als man für sich selbst wählen würde.

Die Hütten (teilweise veritable Herbergen) bieten Wandern Schutz, Unterkunft und ein erstaunliches kulinarisches Angebot. Das alles an Plätzen, an denen man eigentlich keine touristische Infrastruktur erwarten kann.
Auch wenn zwischendurch die Sichtweise benebelt war, war es eine tolle Etappe und macht Laune auf morgen (heute).




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