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Versichern, aber sicher doch

25. Jan.
2 Min. Lesezeit

Als ich groß wurde, musste ich auch  den Umgang mit Geld lernen. Nun, das hat als Teenager (auch wenn es damals Jugendlicher hieß) einigermaßen geklappt. Geld war nicht sexy, denn es war nur übersichtlich vorhanden, mit einem kleinen Ausbildungslohn und gelegentlichen Nebeneinnahmen aus Nachfeierabendbeschäftigungen. Dann kam die Wende und das Lernen ging von vorne los. Ein wichtiger Aspekt war, das immer wieder Geld in den Kreislauf herein kommen muss. Die privaten Kosten sollten nicht dauerhaft die Einnahmen übersteigen. Was privat circa 110 Prozent aller Haushalte unterschreiben, gilt natürlich für die öffentlichen Hand nicht zwangsläufig. Aber das ist heute eigentlich nicht mein Thema.

Vielmehr denke ich über die Ausgabengewichtung nach. Ich hatte mal gehört, dass es nicht schlecht ist, wenn man ungefähr das Dreifache seines Monatseinkommens auf der Kante hat, um kurzfristig kleinere katastrophale Situationen zu heilen. Der Defekt der Waschmaschine, ein neuer Fernseher oder eine ungeplante Reparatur des Autos. Naja, Dinge ändern sich ständig. Auf ein eigenes privates Auto könnte ich wahrscheinlich zwischenzeitlich sogar verzichten, auf einen Fernseher wahrscheinlich sogar dauerhaft. Eine Waschmaschine…. ?Dafür gibt es im Ernstfall ab 100 Euro vernünftige gebrauchte Geräte als eine funktionierende Lösung. Alles nicht mehr kriegsentscheidend. Was mittlerweile viel schwerer wiegt, sind monatlich unterstützende Maßnahmen der sich in Ausbildung befindlichen Kinder oder die eventuelle baldige Pflege der Eltern. Oder man hat selbst ein gesundheitliches Problem. Stell dir vor, du brauchst eine Brille, Hörgeräte oder musst dringend zum Zahnarzt. Alles das ist früher oder später sehr wahrscheinlich. Für das  gibt’s und gab’s  zwar eigentlich mal eine Versicherung, die du monatlich mit einem stattlichen Betrag fütterst. Im Laufe der Zeit, du fütterst immer stattlicher, sind die Leistungen erst ausgedünnt und dann in Teilbereichen gänzlich gestrichen worden. Für eine Brille werden dann mal durchschnittlich 500 Euro bezahlt, für Hörgeräte 2000 Euro (für eins) und für einen adäquaten Zahnersatz werden Summen genannt, die den Betrag für einen etwa zwei Jahre alten, gut erhaltenen gebrauchten Kleinwagen übersteigen. Und bevor man ärztlich versorgt wird, muss man einen privatrechtlichen Offenbarungseid am Tresen der Praxis ablegen. Mit dicker  pochender Backe und nach durchwachter Nacht sowie akut mindestens 800 mg Ibuprofen im Blut, grenzt das entweder an Erpressung oder man kann sich vor dem  Den Haager Gericht auf geistige Unzurechnungsfähigkeit berufen. Ich plane jetzt eine Versicherung abzuschließen, die dann einspringt, wenn meine Versicherung nicht zahlt. Auf das alles gibt es noch Versicherungssteuer, dann hat der Staat wenigstens auch noch was davon. All das kann ich leisten, solange frisches Geld 💰 nachkommt. Wehe der Zeit, in der die monatlichen Bezüge nicht mehr in nötiger Höhe das durch Notfälle gescholtene Konto aus der Sorgenzone bringt. Vielleicht hab ich ja dann als rettenden Ausgleich auch „Honig im Kopf“ oder wie hieß der Film mit Otto Waalkes noch mal?



 
 
 

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