Du musst verreisen vor dem sterben, sonst reisen nur noch deine Erben

Eigentlich bin ich urlaubstechnisch für dieses Jahr schon durch. Diverse Aufenthalte in schönen Urlaubsregionen in „Good Old Germany“ oder anderswo in Europa, hätte ich, wenn es ein Wettbewerb wäre, zum vorzeigen. Ein Platz auf der Siegertreppe wäre mir für 2026 sicher. Aber es ist ja kein Ranking.
Drum tue ich so, als ob ich das Normalste der Welt mache und verreise.
Nach, ich sag mal, Südtirol. Eigentlich Italien 🇮🇹 oder Österreich 🇦🇹 oder irgendwas dazwischen. Wer, außer den Südtirolern, will das so genau wissen? Heuer ist eine Hüttentour dran. Wenn man das Wort „Hütte“ großzügig auslegt. Von Premium Hotel bis Holzhütte ohne fließend Wasser ist wohl alles dabei. Dazwischen liegen jeweils ein paar Kilometer strammes Bergprogramm. Aber mit Aussicht auf die umliegende strahlende Natur, so hat es der Reiseleiter versprochen.

Bisher hat er immer, wenn auch sächsisch, Wort gehalten. Mit viel Gefühl beim Feeling stellt er tolle Trips zusammen, die den jeweiligen Interessen, der augenblicklichen Fitness und natürlich auch allen anderen Ansprüchen entsprechen.

Da ich ja fast allem widerstehen kann, nur der Versuchung eben nicht, folge ich nur allzugern und runde das Team mit meinen Skills ab. Wider besserem Wissens: dass Berge von unten, Kirchen von außen und nur Wirtshäuser von innen Segen bringen, führt es uns hoch hinaus und der Sonne entgegen. Es wird hoffentlich ein aushaltbarer Kampf mit meiner alternden sterblichen und mit zahlreichen unpässlichen Wehwehchen gespickten Hülle werden. Kleine Unterstützer können sicher helfen, die zu erwartenden Strapazen außerhalb der mir bisher bekannten Welt zu überstehen. Immer genügend Magnesium, Kalzium, Spurenelemente, Vitamine und alles andere von der Badischen Anilin & Soda Fabrik, textiler Wetterschutz aller Coleure, anderes Material, welches den internationalen nicht mehr ganz so jungen Bergwanderonkels den Aufenthalt in der natürlichen Todeszone ermöglicht. Tagsüber hinreichend Wasser zum trinken und abends, Wasser - welches noch kurz vorher in der Brauerei gewesen war. Und ja, wenn man schon im Land der blühenden Zitronen 🍋 unterwegs ist, dann darf kulinarischer Genuss wie Gott in Frankreich 🇫🇷 auch mal sein. Auch falls mir vieles spanisch 🇪🇸vorkommen wird, ich werde auf nichts verzichten und bis auf portugiesische🇵🇹 Schnecken, atlantische Muscheln oder griechischen 🇬🇷Wein auch alles probieren. Irisches🇮🇪 oder belgisches 🇧🇪Bier währen da schon eher etwas für mich. Auf englisches 🏴Frühstück werde ich wohl ebenso verzichten, wie auf norwegischen 🇳🇴Lachs. Aber wer braucht denn sowas, wenn er schweizer🇨🇭 Käse 🧀 oder ungarische 🇭🇺Salami haben kann? Nach der Reise kann ich zwar ganz bestimmt immernoch kein Esperanto des Kontinents sprechen, aber das vielfältige Europa trag ich dann nicht nur im Herzen, sondern auch im Magen und auf der Hüfte. Dieser Kontinent ist so fantastisch vielfältig. Einfach mal genießen. Immer ordentlich benehmen, denn wir sind nur Gäste hier, wie überall!





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