Bromance

Ja eigentlich ist mir das gar nicht so wichtig, aber mit einem Freund eine tolle Zeit zu verbringen, ist schon prima. Ich habe, georgseidank, relativ viele enge Freunde. Es gibt welche, die nix miteinander zu tun haben, einige kennen sich und manche haben sich auch sehr gerne. Aber allen wird man nicht gleichzeitig gerecht. Sell Aviv, sagt der Franzose, oder ähnlich. Mit einem lieben Freund, bin ich die letzten Tage rund um Sexten/Südtirol unterwegs gewesen. Muskulär war es herausfordernd.

Landschaftlich spektakulär und menschlich easy. Ich habe mich teilweise weit über meine eigene Vorstellungskraft hinaus angestrengt, konnte Dinge sehen, die Menschen ohne meine glücklichen Begleitumstände maximal aus Arte Dokumentationen kennen lernen können. Ich mag das nicht werten, aber für mich waren es glückliche, erlebnisreiche und es klingt ob den Anstrengungen vielleicht komisch, erholsame Tage.

Wir waren in Südtirols Bergwelt unterwegs und haben gefühlt 1 Prozent der sehenswerten Umgebung erkundet, hatten weit mehr als 100 Prozent den Wettergott auf unsere Seite.

Es ist müßig alle Einzelheiten aufzuzählen, dafür fehlt mir auch der dokumentarische Anspruch.

Es gibt einiges was ich sehr wahrscheinlich nicht nochmal über meinen Körper ergehen lasse. Mit viel Dingen kann ich mir ein Wiedersehen vorstellen.

Die berauschende Natur, die superfreudlichen Menschen, die kulinarischen Selbstverständlichkeiten. Ebenfalls beeindruckend ist die touristische Infrastruktur von der man sich, die für einen selbst passende Scheibe abschneiden kann. Für mich „alles Super“! Falls es für mich einen weiteren Ritt in die Berge geben soll (und eigentlich hab ich keine Wahl) muss ich nur bessere Vorbereitung betreiben.

Mein Leibarzt sollte vorher mal draufgucken und falls er keine Einschränkung findet, sollte ein Facharzt für das zwischen den Ohren mal sein ok geben. Weil man natürlich ordentlich ein an der Waffel haben muss, um freiwillig Strapazen, Gefahren und nicht unerhebliche monetäre Aufwendungen als Erholungsreise plant. Die positiven Erlebnisse negieren komplett die zwischenzeitlichen Zweifel an der Sinnhaftigkeit dieser Art von Urlaub.

Auch um mal ein bisschen demütig zu sein, ist es die perfekte Umgebung. Nahezu allein in den übergroßen Bergen, ordnet das eigene fast bedeutungslose Dasein in ein passendes Gefüge. Das sollte man diesen machthungrigen Despoten in den politischen Zentralen der Welt als Kur verordnen. Fünf Tage, ein paar tausend Höhenmeter, täglich bis zu 10 Stunden Gehzeit und einen bis zu 20 Kilogramm schweren Rucksack auf dem Rücken in unebener überwältigender rauer Natur. Nachts als Erholung in einem Bettenlager mit wildfremden Menschen die alle nur denkbaren Systemgeräusche und -gerüche produzieren, schon verschwindet manch perverse Idee von der Tagesordnung!





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